Freitag, 22. Februar 2008

Online-Brainstorming - viele Hirnzellen, ein Ziel

Nicht ganz uneigennützig, verweise ich an dieser Stelle auf die Webplattform Bonspin. Hierbei handelt es sich nicht um bezahlte Werbung meinerseits, sondern um einen Hinweis auf ein progressives Brainstorm-Tool. Bonspin macht sich die Vorteile des vielzitierten Web 2.0 zunutze und bildet die notwendige Schnittstelle zwischen Problem und Lösung. Im klaren Gegensatz zum aktuellen Trend, steht dort nicht die Daten- und Contentverwertung der User im Vordergrund, sondern die Bereitstellung einer kreativen Spielwiese.

Zutritt erhält, wer sich unkompliziert und ohne große Preisgabe der persönlichen Daten registriert UND relvanter Content wird belohnt - in Prämien und/oder Cash. Eingeladen sind all diejenigen, die querdenken und kreative Lösungen für eine breite Palette an Herausforderungen bieten können und wollen. Der Aufbau erinnert tatsächlich an ein lockeres Brainstorming. Auf der anderen Seite stehen Unternehmen, Tüftler oder auch Privatpersonen, die neue Denkansätze suchen, Anstöße oder Perspektiven. Die Qualität der Fragestellung und die Breite der Lösungsbeiträge spricht für sich...
Ich jedenfalls agiere nun seit geraumer Zeit aktiv auf beiden Seiten und genieße die Vorzüge solcher Spinnereien.

Einwänden, dass die Ideenverwertung in keinem Verhältnis zur Belohnung des Ideengebers stehen, widerspreche ich. Denn gefordert sind wenige Zeilen Impuls und Denkansätze und der Beigeschmack ist eher OpenSource. Nicht selten habe ich selbst als Spinner aus Fragestellung und Antworten meine eigenen Schlüsse und neue Eindrücke gewonnen. Youtube, StudiVZ und Konsorten, beantworten die Frage nach finanziellem Ausgleich bis heute leider in keinster Weise. Hoffentlich macht ein Modell, wie Bonspin Schule.

Bin gespannt auf die Entwicklungen und lade alle Freigeister oder Idee bedürftigen ein, sich zumindest einen Eindruck zu verschaffen und vielleicht ein paar meiner Fragen dort zu beantworten...

Donnerstag, 21. Februar 2008

Nun sogar der Gates, der Bill, der ehemalige Hüter des Monopols

Freudig amüsiert, überrascht mich Spiegel.de mit dem Undenkbaren.
Es ist also auch ganz oben angekommen. Die Schutzmauern der Informationsgeheimhaltung dürfen eingerissen werden - Feinden wird die Freundschaft angeboten. Es scheint sich herumgesprochen zu haben, dass Schwarmintelligenz - selbst unsortierte - Visionen und hehre Ziele greifbarer macht. Zudem eine unbedingte Öffnung nach Außen, Ressourcen rekrutiert, die einem anderweitig nicht zugänglich wären.
Sicher der liebe Bill wird nicht nur durch meinen extraordinären Blog beeinflusst sein, womöglich hat er auch die brand eins gelesen oder einfach extrem gute Laune gehabt, um diese Kehrtwende zuzulassen. In erster Linie hat Microsoft auf Zwänge von Außen reagiert und nach der bestmöglichen Lösung gesucht. Die Überraschung wird ihn noch einholen, wenn seine Angst vor diesem Schritt widerlegt wurde. So eigennützig und aus der Notwehr geboren diese Entscheidung ist, so inkonsequent und teilweise verblendend sie artikuliert und umgesetzt ist, so wird dies doch ein leuchtendes Beispiel für andere Unternehmen sein.
Klein und klein und allein, das war die Vergangenheit. Wer global verdienen will, muss nun auch global Denken, bzw. das globale Hirn anzapfen und global kommunizieren. Kommunikation allerdings, die sich von üblichem Hochglanz Imagebroschürchen unterscheidet. Offenheit und Aufrichtigkeit, sind die Attirbute auf die es ankommt.
Brainstorming mit Massen und weltweit ausgeschriebene Projekte eben.
Einige bereinigende Jahre wird es noch dauern, bis unternehmerisch saubere Wege gefunden sind und routiniert mit der neuen Öffentlichkeit und Verletzlichkeit umgegangen wird. Bis dahin verfolge ich interessiert, wie da ganz oben strauchelnd probiert wird.
Wer weiß, vielleicht entsteht was ganz Großes...Apple wird sich auch bewegen müssen und vielleicht sogar Google. Rock n Roll 2.0 ich hör die Rückkopplung.

Dienstag, 19. Februar 2008

Prosit auf den Mut zu neuen Wegen

Mut zum Risiko, findet sich gern bierbeseelt und in theoretischer Athmosphäre. Es ist die Angst vor der eigenen Courage, die potente Talente in ihrem Angestelltenverhältnis einsperrt. Hierbei sei das Angestelltendasein an sich gar nicht zu unrecht diekreditiert. Doch leider erfährt man nicht selten und oft ungefragt, wie unglücklich und unterfordert manch Einer in seiner beruflichen Situation darbt. Fehlende Freiheit und festgefahrene Strukturen ersticken vorhandenen Ehrgeiz und wertvolles Potential und so bleibt Dienst nach Vorschrift auch im dritten Jahrtausend dominante Komponente.

"Bierbeseelter Mut zum Risiko" als Phrase deutet schon extrem offensichtlich auf die eigentliche Problematik. In diesem Fall hemmt der Freund Alkohol die vorhandenen Ängste und massiert das vorhandene Selbstbewusstsein. Er taugt in ungefährlichem Ambiente, mit ausnüchternder Nacht als Brücke zur alltäglichen Realität, als Mutmacher. Mutmacher finden sich ansonsten kaum. Momentan "sollte man ja froh sein, überhaupt einen Job zu finden" und "ein sicheres Einkommen ist viel wert". Die Menschen haben Angst vor dem Jobverlust, schleifen sich krank zur Arbeit und wagen sich mit berechtigster Kritik nicht nach vorn. Alles ist bedrohlich und Spatzen in der Hand gelten als Zielvorgabe.

Mutmacher müssen also her. Die Hemmschwelle muss gesenkt werden. Paten mit Erfahrung und schützendem Kleingeld, die aufstrebenden Gründern und Nebenerwerbsselbstständigen den Rücken freihalten. Soll ihr Nachteil nicht sein...

Samstag, 16. Februar 2008

Ziele einen - Unternehmertum 2.0

Mein Wirkungsgrad schließt sowohl klassisches altes Unternehmertum, als auch den unsäglichen Begriff"Web 2.0" mit ein. Die jeweiligen Vor- und Nachteile hierbei sollen an dieser Stelle nicht auseinander genommen werden. Doch weiß ich: eine Verquickung beider Bereiche bietet völlig neue Möglichkeiten. Leider befinden wir uns noch in einer Episode, in der Homeworking eher mit Kugelschreiberzusammenbau und maximaler Unseriösität verbunden wird. Gesellschaftende Mitarbeiter sind nach wie vor absolute Minderheit. Der Crash der New Economy hat einiges an Experimentierfreude gefressen.

Das Potential eines Unternehmen 2.0 wird sich aber noch etablieren. Hierbei meine ich nicht, die Installation der X-ten Community oder den unzähligsten Versuch eine Dienstleistung virtuell feil zu bieten. Nein, ein reales Unternehmen, welches Werte schafft und greifbare Produkte fertigt strukturell aufgebaut mit den Vorzügen des Web 2.0 ist das Ziel. Viele Köpfe und Fähigkeiten kreieren zielorientiert verschiedenste Projekte. Virtuell vernetzt und mit realen Begegnungen und Besprechungen einerseits und mit Personal ausgestattet, welches seinem Können vertraut und somit kein Gehalt oder eine Festanstellung anstrebt. Vielmehr wird die Leistung jedes Einzelnen via Unternehmens- sprich Gewinnbeteiligung honoriert. Ein basisdemokratisches Konstrukt mit klar definierten Führungsrichtlinien eben.

In kaum einem Unternehmen werden die Ressourcen und versteckten Talente der Mitarbeiter wirklich genutzt. Ein Modell, wie obiges, würde den Wert eines jeden unterstreichen, abrufen und ernstnehmen. Dennoch bietet sich ein großer Freiraum für alle Leistungsträger, da sie aus klassischen nine to five Arbeitsmustern ausbrechen können, Mehraufwand honoriert wird und innovative Geistesblitze und Aktionen sich aufs Prämienkonto auswirken. Loyalität und Ehrgeiz sind nur Nebenprodukte des eigenen Ehrgeizes und dem Wunsch nach einem prall gefüllten Konto. Egoismus sorgt also für Vortrieb des "Gruppenziels".

Der wohl eklatanteste Vorteil bildet sich auf zweiten Blick heraus. Für einzelne Projekte, die unter einer Dachmarke entwickeln, gibt es einen mannstarken Pool an Mitstreitern, welche sich mit der Idee identifizieren, sie kommunizieren und aufrichtig mundpropagieren. Die Zahl der aktiven Mitstreiter wird den Mitarbeiterstamm eines konventionellen Unternehmens um ein Vielfaches übertreffen. Dies liegt darin begründet, dass keine Vollzeitstellen ausgeschrieben sind, sondern ein jeder nach Interesse und Fähigkeit eher kleinteilig in das Projekt eingebunden wird.

Die Innovations-, Forschungs-, Umsetzungs-, Produktions- und Vertriebsphase wirkt wenig kostenintensiv, da Ausschüttungen erst ab dem ersten Euro Gewinn bezahlt werden. Die Gewinnbeteiligung hält jedoch ewig und ist vergleichbar mit Tantiemen und veräußerbar. Für größere Investitionen und Anschubfinanzierung tritt die Dachmarke in Erscheinung und beschränkt das Risiko der Mitmacher auf den Verdienstausfall...

Bis Deutschland soweit ist und sich couragierte Massen in partielles Unternehmertum stürzen wird noch einige Zeit ins Land gehen. Vor allem fehlt der theoretische Lernapparat, der schon in Schul- und Unizeiten die Chancen und Risiken außerhalb des Angestelltenverhältnisses darstellt. So agiere ich weiter in zwei getrennten Modellen und versuche die Schnittstellen zu aktivieren und versuche mit Erfolgen die Möglichkeiten zu untermauern.

Da es sich hier nur um Grobkonzeption und unfertige Einwürfe handelt, lade ich alle Interessenten an detaillierteren Weiterentwicklungen ein, ihr Interesse zu bekunden. Exakt für diejenigen mit ausgeprägtem Interesse an Ausführungen und aktiver Korrespondenz, wird gerade auf einen abgetrennten Bereich hingearbeitet.

Donnerstag, 14. Februar 2008

Der Dialog beginnt

Es bewegt sich was. Wer die aktuelle "brand eins" zu Rate zieht, wird eine wirtschaftlichen Neuorientierung erkennen. In einem Satz: die Unternehmen, entdecken den Wert ihrer Mitarbeiter und Konsumenten und strengen den längst überfälligen Dialog an.

Und Schuld daran ist nur das Www. Der Endkunde emanzipiert sich, goldlackierte Rattenfängerei wird flugs entlarvt. Offensichtlich befinden wir uns erst ganz am Anfang, doch online bleibt nichts geheim. Das wird Märkte verschieben und macht Transparenz und Aufrichtigkeit immer notwendiger. So werden in Zukunft nicht mehr die größten Etats für Marktmacht sorgen, sondern Qualität und Ehrlichkeit. Eine Rückbesinnung auf bewährte Werte? Nicht nur, denn mit Sicherheit wird sich ein neues Geschäftsfeld etablieren. Professioneller Rufmord und forcierte Gerüchteküche, denn eigene Qualität zeigt sich am Besten durch Abwertung der Konkurrenz. Der US-Wahlkampf bietet da schon gewisse Vorgeschmäcker. Aus "Eigeninitiative" packt ein Fan von Obama unbequeme Wahrheiten über Hillary Clinton aus. Umgekehrt platziert ein wohlmeinender Demokrat aus Clintons Dunstkreis dezente Gerüchte über Barack Obama...

Wie werden da wohl die nächsten Pepsi versus CocaCola oder Burger King versus McDonalds Kleinkriege geführt. Wer um die üblichen klassischen Werbeetats weiß, kann sich ausmalen, welch Effekt die Umschichtung in die Onlinewelt hätte. Lässt das Internet einerseits absolute Meinungsfreiheit auch von Minderheiten zu, bietet es auch Platz für nützliche Unwahrheiten. Das Netz wird schmutzig. Schmutziger noch als jetzt.

Ich bin gespannt, aber sage auch einen immer reflektierteren Surfer voraus, der in der Lage ist sich unabhägig seine Meinung zu bilden. Warten wir es ab...

Sonntag, 10. Februar 2008

Tabula Rasa

Das große leere weiße Blatt Papier tyrannisiert. Zum Nachdenken gezwungen, am besten mit Druck im Rücken, ist es schwer die innere Blockade zu sprengen. Die Kaffeemaschine rotiert und mit Übersprungshandlungen wird versucht Ablenkung zu finden. Unliebsame Telefonate werden vorzugsweise verrichtet und selbst die unseelige Arbeit im Haushalt scheint attraktiv, wenn man sich erstmal im Teufelskreis befindet.

Gut wer da auf Input von Außen hoffen kann oder jemandem sein Leid klagen kann. Manchmal reicht es ja schon die Problemstellung ausführlich zu widerkäuen und auf einmal überrollen Lawinen von Geistesblitzen die Synapsen. Manche Idee sucht einen in der Bahn, auf dem Lokus, bei der Konferenz, beim Beziehungsstreit oder sonst wo heim. Gern wüßte ich, wo der Schalter zu finden ist - für mehr geistreiche Postings in kürzeren Abständen...

Samstag, 9. Februar 2008

Laut denken - nicht verstecken

Ein stilles Kämmerlein und heimlich vorangetriebene Innovationen wirken angesichts des dreisten Palgiate-Vorschubs nicht merh als Erfolgsgarant. Gesteigertes Tempo und sich stets erneuernde Originalität sorgen für schwer einholbare Alleinstellung. Doch wozu das Rad mit großem Aufwand immer wieder neu erfinden - Kooperationen und Allianzen steigern die Effizienz und die Bandbreite an Lösungsansätzen. Als Einzelkämpfer den berechtigten Erfolg einzufahren ist nur mehr mit größtem Kraftakt zu bewerkstelligen.

Das Internet und die Hochtechnologie haben es vorgemacht. Open Source und freie Lizenzen fördern Wissen und Entwicklungen, ohne Geschäftsmodelle zu verhindern. Der Erfolg von Linux als Technologie, liegt insbesondere in der Vielzahl seiner Mitentwickler begründet. Dennoch wirft angewandtes Wissen um ein solches Gratisprodukt eine Menge Profit ab, während parallel alle Beteiligten bis hin zum Endkonsumenten vom rapiden Wissenszuwachs nur profitieren können. Eine strikte Abgrenzung vom freien Markt macht nur einsam, kaum aber reich. Unternehmen außer Konkurrenz mit unantastbarer Marktmacht sterben aus.

Diese Strategie lässt sich nicht nur auf Groß- und Größtprojekte übertragen. Transparentes und frei zugängliches Wissen optimieren die gewonnen Lösungen nur, auch und vor allem zum Vorteil des Initiators. Der Weltmeistertitel im Wokrodeln sagt mangels Konkurrenz nicht sonderlich viel über die tatsächliche sportliche Qualität des Inhabers aus. Anders als im Breitensport, wo es wahrer Höchstleistungen bedarf, um im oberen Segment mit zu spielen. Dennoch wird dort trotz großer Masse aktiver Sportler und Konkurrenten mehr verdient und nicht nur ganz oben.

Natürlich sollten Firmen nicht mit all ihrem Detailwissen hausieren gehen, aber etwas mehr Öffnung nach Außen bringt sicher mehr Vorteile, als kostenintensive Verheimlichung und allein gestemmte Forschung.

Donnerstag, 7. Februar 2008

Nebenbei denken und spontan handeln - Das Spiel

Studien besagen, dass intelligente Lebensformen vor allem eines gemein haben: Spieltrieb. Auf den ersten Blick zweckfreies Verhalten, das dem Eigenamusement dient. Doch verbirgt sich hinter jedem Spiel vielmehr. Es gibt Regeln und Rituale, verschieden Strategien und immer neue Einflüsse, die einer Reaktion bedürfen. In erster Linie scheint es sich bei einem Spiel, um einen Probelauf zu handeln. Ohne ernsthafte Konsequenzen fürchten zu müssen, kann sich jeder individuell ausprobieren. Völlig riskante Manöver sind möglich oder gar erwünscht und es findet sich immer wieder Platz für gänzlich unortodoxe Handlungen im Spielverlauf. Hierbei lernen alle Beteiligten, welche Auswirkungen einzelne Aspekte nach sich ziehen.

Selbst Spiele mit denkbar einfachen Regeln, können in unzähligen Variationen zum Ziel führen und immer wieder für Überraschungen sorgen. Die Zusammensetzung der Mitspieler beinflusst ein Spiel ebenso, wie zahlreiche äußere Umstände. Wetter, Ort, Zuschauer und tausend weitere Dinge bereichern und verändern immer wieder den Verlauf.
Umso spannender, wie vor allem Kinder in der Lage sind spontan zu reagieren und sich auf die neuen Verhältnisse einzustellen. Auch Regelerweiterungen und Improvisationen mangels Spielgerät werden bedarfsgerecht eingeführt, allein damit ein Spiel stattfinden kann. Das Kinder aufgrund ihres Alters, logischerweise noch Wissenslücken kompensieren müssen, zeigt, wie wenig es auf Bildung und Intellekt ankommt. Kreativität, Logik, Lernfähigkeit und Intelligenz finden statt und das eher nebenbei und zwanglos.

In der Erwachsenenwelt findet solcher Spielwitz nur noch eingeschränkt statt. Disziplin und Verhaltenskodex blockieren das eigentliche Urbedürfnis. Natürlich spielen auch Erwachsene, allerdings wesentlich regeltreuer und in jedem Fall auf eine ganz andere Art.

Wozu diese Geschichte? Ich denke Brainstorming und Ideenfindung haben viel mit Spielereien und Kreativität gemein. Am Beispiel spielender Kinder, zeigt sich, wie die richtigen Ideen oft nebenbei und befreit entstehen und im erzwungenen Prozess eher selten stattfinden. Es gibt tausend Coaching-Elemente, die diese Idee aufgreifen und Erwachsene spielen lassen. Die leuchtenden Augen, mit denen sich ein großer Mensch einem "befohlenen" Spiel hingibt, zeigen deutlich, wie sehr wir zum Spielen geboren sind...es ist und bleibt ein Urbedürfnis.

Mittwoch, 6. Februar 2008

Klein aber oho

Geniale, wie einfache Ideen sind die beeindruckendsten. An solchen lässt isch ableiten, wie wenig Energie von Nöten ist, um für mächtig Trubel zu sorgen. Rechter Ort und passendes Timing und der nötige Mut zur Lücke haben schon oft Produkte oder Dienstleistungen vorgebracht, bei denen man sich an den Kopf fassen muss, dass man nicht selbst draufkam. Daraus resultierender finanzieller Erfolg ist danach nur schwer zu vermeiden. Solche Gedanken finden sich keineswegs nur im Akademiker- oder Tüftlerhirn, auch sind es eher selten die Genies, die die Welt mit solch simplen Auswürfen beglücken. Meist erwachsen diese Lösungen nur einem eigenen Bedürfnis, für das bisher keine Abhilfe existierte.
Ich bezweifle, ohne den Erfindungswert schmälern zu wollen, dass nicht ein durchschnittlicher Fünftklässler, auch im Stande wäre auf Ideen, wie folgende zu kommen. Einzig die Animation und Fragestellung fehlte:

1. Microroller mit Inliner-Rollen
2. Pappbrille zur Sonnenfinsternis
3. der bestverkaufte Tannenbaumständer mit dem Seilzug
4. eine Kapuzenjacke mit Ortsnamen
5. die 1.000.000 Dollar Website

Doch weder Schule noch Ausbildung oder Universität legen Wert auf Spinnereien und um die Ecke Gedachtes. Wiederkäutes Fachwissen und Standards bestimmen das Lernprogramm. Die wenigsten Unternehmen achten auf Platz für Freigeister und Innovation. Und dort wo Mittel und Raum für Querdenker vorhanden sind, stehen sie meist nur einem erlauchten Kreis von "Fachidioten" zur Verfügung. Doch ein jeder hat zumindest in seinem Fachbereich konkrete Denkansätze, wie sich Prozesse optimieren lassen. Doch die Reinigungskraft, der Busfahrer und die Sekretärin werden nicht abgefragt.

Natürlich gibt es glänzende Ausnahmen und nicht alles ist so überspitzt zu bewerten. Dennoch glaube ich, dass der Output der allgemeinen Denkkapazität deutlich zu steigern wäre.

Lasst Köpfe befreit rauchen

Die aktuelle Situation zeigt sich momentan nicht als sonderlich Ideenfreundlich. Sicherheit scheint das allgemeine Leitthema zu sein. Die Wirtschaft zittert vor der Konjunkturdelle, der Arbeitnehmer fürchtet um seinen Arbeitsplatz, der Selbstständige scheut jedes Risiko. Dies ist nur zu natürliche Reaktion zu einem Zeitpunkt der allgemeinen Unsicherheit.

Grad in Vorwahlzeiten wetteifern sämtliche Parteien mit Lösungsmodellen. Mittelstands- wie Existensgründungsförderung stehen im formulierten Fokus. Etats für Bildung im allgemeinen werden luftgemalt und der nächste Schwerpunkt liegt in jedem Fall auch im kulturellen. Leider bleiben die meisten Ansätze doch Rohrkrepierer oder versiegen in den falschen Kanälen. Dabei sollte es gerade im Interesse des Staates und der Konzerne sein, wenn ein innovatives Umfeld geschaffen und versorgt wird. Deutschland als Hochlohnland kann einen Wettkampf der gegenseitigen Kostenunterbietung nur verlieren. Originalität und Erfindungsreichtum böten die Chance, dem Dumping zu entkommen und eine Schlüsselrolle in der Weltwirtschaft zu halten und auszubauen.

Deutschland zehrt historisch bedungen nach wie vor von seinem Ruf, das Land der Dichter und Denker zu sein. Doch diese Hochphase liegt weit zurück. Die utopischen Philosophen sind ebenso verschwunden, wie die musikalischen Wunderkinder. Pioniere der Naturwissenschaften wandern aus gen Übersee und die Kultur versteckt sich hasenherzig hinter Pop.

Einzig in Notsituationen entdeckt man sie wieder, die Fähigkeit zur Improvisation. Es wird in Sekundenschnelle reagiert auf widrigste Einflüsse und um die Ecke gedachte Lösungen versprechen dennoch Abhilfe. So zeigt sich, dass es hauptsächlich an der Gesellschaftsstimmung liegt, die Ideen an der kurzen Leine hält. Im Kollektivhirn schlummert unheimlich viel Potential, welches gern wieder wachgekitzelt würde. Nur eben nicht zu dem Preis einer zerstörten Existenz. Ein Einzelner kann und will heutzutage sämtliche Risiken minimieren oder gar ausschließen. Einen Vorwurf dazu kann es gar nicht geben.

Von zehn Ideen produzieren sich mit Sicherheit drei eklatante Flops, drei erfolgsgehemmte Banalitäten, dreimal spürbares Potential und ein brilliantes Projekt. Das Risiko eines Fehlgriffs bleibt jedoch stets vorhanden und ist im Schadensfall für einen Einzelnen schwer abzufedern. Eine starke Allianz aus Staat und Wirtschaft allerdings wäre in jedem Fall in der Lage zunächst vorzufiltern und eine Masse an Ideen zu fördern und deren Risiken abzusichern. Unterm Strich bleibt trotz einiger Flops dennoch eine Summe an Erfolgsgeschichten. Deutschlands Entscheidern sollte dies Ansporn genug sein für passendes Umfeld zu sorgen. Die Köpfe stehen bereit, die Hirne sind warmgelaufen und unterfordert...

Montag, 4. Februar 2008

Kann usergenerated Nonsens Ideen weichen???

In Kürze begrüßen wir den wohl siebenmilliardsten Erdenbürger. Die Masse an Denkleistung sollte eigentlich in der Lage sein, alle erdenklichen Lösungen zu entwickeln. Das dem nicht so ist, stellt keinerlei neue Erkenntnis dar und ist denkbar unrealistisch. Warum aber bestimmt nur so ein minimaler Anteil der Weltbevölkerung die allgemeine Entwicklung. Es sind zumeist Ideen Einzelner, die von durchschlagendem Erfolg - im positiven, wie negativen Sinne - gekrönt sind. Schon kleinste Teams scheitern allzu oft, bei gemeinschaftlicher Lösungsfindung.
Online allerdings finden sich zur Denkvernetzung oft nur hohle Phrasen und Floskeln. Die vielzitierte Schwarmintelligenz findet tatsächlich kaum statt. Gemeinsame Projekte einer großen Gruppe aus Individuen erblicken selten das Tageslicht.
Im allgemeinen Web 2.0-Wahn produziert sich allerlei Content und Output. Dessen Wert allerdings wage ich an dieser Stelle mal zu bezweifeln. Ein Blick in die verschiedensten Communities zeigt, dass der usergenerated Content sich auf stupide Weise immer wieder ähnelt. Affektierte Eigendarstellung und Nonsensfabrikation läuft auch Hochtouren. Innovation und Originalität findet sich nur mit größtem Aufwand.
Vieles wäre möglich, doch scheinbar fehlt der breiten Masse ein jegliches Interesse, sich und neue Projekte zu produzieren. Sich einem gemeinsamen Ziel unterzuordnen und erfolgsorientiert loszuwerkeln, auch auf das Risiko zu scheitern oder ins Leer zu laufen, ist wohl Herausforderung zu viel.
Ich ahne dennoch, dass es genug Freigeister und Kreative gibt, nur fällt es so schwer, deren Qualitäten aufzufinden und ihrer habhaft zu werden. Umso mehr freue ich mich, wenn ich auf solche raren Exponate stoße. Denn ich glaube an die Kraft einer geschlossen Gruppe und sei sie noch so heterogen.
Diesen Menschen möchte ich meinen Blog widmen. Bin dankbar über jedes Lebenszeichen und Verweise auf diejenigen, die mehr Contentqualität wollen.

Zum Start ein Gruss

Die Welt, das Www, hat einen neuen Blogger. Endlich, werden viele erleichtert aufatmen und sich voller Hingabe auf meine Inhalte stürzen. Realistischerweise, schieb ich diesen Traum wieder in die Schublade und hoffe zumindest wahrgenommen zu werden. Möchte gern meinen Anteil leisten eine breite und intelligente Leserschaft mit neuen Eindrücken und Denkansätzen zu beglücken. Interaktion und Austausch sind mir dabei ein Hauptanliegen, denn Monologe langweilen mich selbst.

Wozu also investiere ich Zeit, ohne Feedbackgarantie und mit dem Wissen, um zahlreiche Konkurrenz mit mehr Output und Erfahrung? Weil mir das Internet und ein Blog im Speziellen höchst attraktiv erscheinen Gleichgesinnte zu finden. Vielleicht ist es auch nur ein Experiment - mal schauen was passiert, wenn man die Ergebnisse seine schüchterenen IQ´s veröffentlicht.

Und so leg ich dann mal los...unerfahren und naiv taumel ich in die große weite Blogwelt und bin für Tipps, Tricks und interessante Links sehr dankbar. Ebenso suche ich Kontakt zu denjenigen, die Ähnliches umtreibt. Es muss ja kleinste gemeinsame Nenner geben, bei der Masse an Surfern und Aktiven Content-Generatoren.