Donnerstag, 7. Februar 2008

Nebenbei denken und spontan handeln - Das Spiel

Studien besagen, dass intelligente Lebensformen vor allem eines gemein haben: Spieltrieb. Auf den ersten Blick zweckfreies Verhalten, das dem Eigenamusement dient. Doch verbirgt sich hinter jedem Spiel vielmehr. Es gibt Regeln und Rituale, verschieden Strategien und immer neue Einflüsse, die einer Reaktion bedürfen. In erster Linie scheint es sich bei einem Spiel, um einen Probelauf zu handeln. Ohne ernsthafte Konsequenzen fürchten zu müssen, kann sich jeder individuell ausprobieren. Völlig riskante Manöver sind möglich oder gar erwünscht und es findet sich immer wieder Platz für gänzlich unortodoxe Handlungen im Spielverlauf. Hierbei lernen alle Beteiligten, welche Auswirkungen einzelne Aspekte nach sich ziehen.

Selbst Spiele mit denkbar einfachen Regeln, können in unzähligen Variationen zum Ziel führen und immer wieder für Überraschungen sorgen. Die Zusammensetzung der Mitspieler beinflusst ein Spiel ebenso, wie zahlreiche äußere Umstände. Wetter, Ort, Zuschauer und tausend weitere Dinge bereichern und verändern immer wieder den Verlauf.
Umso spannender, wie vor allem Kinder in der Lage sind spontan zu reagieren und sich auf die neuen Verhältnisse einzustellen. Auch Regelerweiterungen und Improvisationen mangels Spielgerät werden bedarfsgerecht eingeführt, allein damit ein Spiel stattfinden kann. Das Kinder aufgrund ihres Alters, logischerweise noch Wissenslücken kompensieren müssen, zeigt, wie wenig es auf Bildung und Intellekt ankommt. Kreativität, Logik, Lernfähigkeit und Intelligenz finden statt und das eher nebenbei und zwanglos.

In der Erwachsenenwelt findet solcher Spielwitz nur noch eingeschränkt statt. Disziplin und Verhaltenskodex blockieren das eigentliche Urbedürfnis. Natürlich spielen auch Erwachsene, allerdings wesentlich regeltreuer und in jedem Fall auf eine ganz andere Art.

Wozu diese Geschichte? Ich denke Brainstorming und Ideenfindung haben viel mit Spielereien und Kreativität gemein. Am Beispiel spielender Kinder, zeigt sich, wie die richtigen Ideen oft nebenbei und befreit entstehen und im erzwungenen Prozess eher selten stattfinden. Es gibt tausend Coaching-Elemente, die diese Idee aufgreifen und Erwachsene spielen lassen. Die leuchtenden Augen, mit denen sich ein großer Mensch einem "befohlenen" Spiel hingibt, zeigen deutlich, wie sehr wir zum Spielen geboren sind...es ist und bleibt ein Urbedürfnis.

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