Fehlendes Geld paart sich mit Desinteresse potentieller Akteure. Nun bin ich seit vier Jahren selbstständig tätig, immer als Teil eines teamorientierten Verbundes. Kenne aus den Anfangstagen, den Hang sich unter Wert und ein Stück weit Ideale zu verkaufen. Allein aus dem Interesse heraus finanziell zu überleben. Glücklicherweise wird der konsequente Einsatz von Herzblut und konstante Aufwand ab irgendeinem Tag X belohnt. Ohne fremde Gelder oder staatliche Unterstützung etwas eigenes auf die Beine gestellt zu haben, erfüllt mich tatsächlich ein wenig mit Stolz. Vor allem in Anbetracht des denkbar ungünstigen Gründungszeitpunktes kurz nach dem Zusammenbruch der New Economy. Noch mehr befriedigt mich allerdings, dass der Rubel nicht nur in meine Richtung rollt, sondern auch fähige Kompetenz aus meinem Dunstkreis profitiert.
Wirklich erschrocken bin ich nur immer wieder, über folgende Widersprüche. Einerseits liest, hört und sieht man allerorts die Wehleidigkeit über die, zu Recht gescholtene Wirtschaftssituation. Andererseits ist es denkbar schwer "Frischfleisch" für vakante Stellen zu finden. Selbsttätig denkende Hirne, loyal und ehrgeizig sind Mangelware. Innovative Denkansätze oder Bezahlmodelle verwirren hierbei genauso, wie feilgebotene Chancen ohne spürbares Risiko.
Nicht zu selten bekommt man neben einer üppigen Rechnung, stilechten Pfusch vorgelegt und dazu noch erstaunte Verwirrung, wenn die Kooperation einschläft. Selbst in den Momenten, in denen man Geld in die Hand nimmt und fähige Hilfe sucht, schweigts im Wald. Irritiert nehm ich das zur Kenntnis und freue mich umso mehr über die Ausnahmen der Regel.
Doch wozu die Einstiegsfloskel? Menschen und Leistung sind käuflich. Wirkliches Budget haben meist nur die "Großen", die allerdings gewähren nur minimale Spielräume und gestalterische Freiheit. Wer nicht auf Augenhöhe mit einem Großkonzern ist, muss also mehr als nur Geld bieten, offensichtlich ist dies aber ein Ding der Unmöglichkeit. Lieber kraucht ein jeder mit garantiertem, wenn auch kleinem Honorar, vor sich hin, als Chancen zu begreifen und zu nutzen. Wohlwissend, dass die eigene Leistung maßgeblich den finanziellen Rahmen erheblich steigern könnte.
Rätselnd nehme ich das zu Kenntnis und beneide zumindest in diesem Punkt die an progressiverem Umfeld reicheren US-Amerikaner.
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