Die Zeiten scheinen befremdlich. Seit Monaten nun zeugt ein Blick in die Tages- und Wochenpresse von geistiger Umnachtung auf dem Geldmarkt. Als Unternehmer und Privatmann kann ich aus eigener Erfahrung bekunden, wie kompliziert und bürokratisch jeglicher Kreditwunsch bearbeitet wird. Intransparente Bonitätschecks und hanebüchene Scorings sollen der Absicherung des Geldgebers dienen. Basel I und II schränken jegliches Wohlwollen seitens der Bank ein. Auf ersten Blick ein sinnvolles Konstrukt, um Kreditausfälle von vornherein auszuschliessen. Auf zweiten Blick wird die Innovationsfeindlichkeit ebenso ersichtlich, wie die widersprüchliche Absurdität des Procederes.
In Anbetracht der Tatsache, dass gerade aus dem Mittelstand oft nur Anfragen für kleine Summen bis 100.000 Euro kommen, der meist eine persönliche Haftung gegenüber steht, blockiert der aufgeblähte Sicherheitszirkus die wirtschaftliche Entwicklung. Es zeugt von Ignoranz, dass der maßgebliche Anteil des Bruttosozialprodukts im Mittelstand erwirkt wird und gerade dieser so behindert wird. Ginge es ausschließlich um strenge Sicherheitsaspekte, wäre eine Akzeptanz dieses Modells eher möglich. Gerade die Entwicklung der letzten Monate, mit Augenmerk auf die Hypothekenkrise, zeigt jedoch, dass gerade etablierte und staatliche Banken von Gier getrieben ihre Grundsätze nicht nur untergraben sondern gänzlich sprengen.
Steuergelder werden nun eingesetzt, um ein mögliches Kentern am Finanzmarkt noch zu verhindern. Parallel zeigt sich eine jede Bank um so weniger vertrauensvoll, bei unternehmerischen Kreditanfragen. Blanker Hohn, ist als Floskel zu nah am Stammtisch, im Kern doch sehr zutreffend. Seit Jahren lähmt sich Deutschland trotz KfW-Bank und diversen Fördertöpfen selbst und eine Besserung ist nicht nur nicht in Sicht, sondern die Verschlechterung schon mehr als spürbar.
Der Staat investiert große Summen in universitäre Forschung, klassische Wirtschaftsförderung und steuerliche Erleichterungen an teilweise gänzlich unsinnigen Positionen. Dies tut er teilweise zu Recht ohne wirtschaftliche Erwartungshaltung. Ausgeblendet bleibt seine eingenützige Pflicht gerade innovative und originelle Ansätze zu fördern, die unter Umständen auch scheitern könnten. Die Last des Scheiterns allein auf demjenigen zu belassen, der sich vorwagt Pionierarbeit zu leisten ist nicht nur ungerecht sondern wirtschaftlich unsinnig. Wer, wenn nicht ein hochmotivierter Gründer voller Ideen und Engagement, "verbrennt" zunächst einmal große Wertbestände? Exakt hier ist kein Makel zu finden sondern ein versteckter Wirtschaftsmotor und Geldkreislauf. Gänzlich konträr zu den, dem Markt vorenthaltenen, Billionen von Sparguthaben, die auf verschiedensten Konten verschimmeln.
Eine Finanzspritze in Höhe von 100.000 Euro, würde durch etliche Hände gereicht, immer brav versteuert. Sämtliche, für ein solches Projekt involvierte Dienstleister, kommen in den Genuss Fachleistung zu berechnen und reichen ihrerseits Löhne und Gehälter weiter. Gezielter kann ein Staat kaum in den Wirtschaftskreislauf eingreifen. Die Chance auf selbsttragende Unternehmungen oder gar wirklichen Geschäftserfolg, machen potentielle Minusgeschäfte wesentlich tragbarer. Die anhängenden Resultate sind sicherlich diffus und schwer belegbar. Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, Steuereinnahmen, Innovationsdichte, lokale Finanzströme, Wissenszuwachs werden unter Garantie entstehen. Mit Sicherheit, hätte sich der Staat anderweitige Kosten erspart. Bis negative Größenordnungen, ähnlich der Bankenkrise, auftreten wäre einige Jahrtausende Zeit. Vor allem stünde ein solches Modell im starken Kontrast zu Fehlentwicklungen wie Ich-AG oder Überbrückungsgeld. Menschen zu einer Selbstständigkeit zu nötigen und zu subventionieren, mit dem einzigen Ziel, die Arbeitslosenstatistik zu schönen, wird meinerseits nach wie vor kritisch bewertet.
Peng...also Deutschland, mach was draus.
Mittwoch, 2. April 2008
Mehr Finanzmittel in die richtigen Hände - schlimmer wirds nicht!
Labels:
Bankenkrise,
Existenzgründung,
Innovation,
Mittelstand,
Staatsbank
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen